top of page

„Kassel crashed die Deutschen Meisterschaften“ – Ralf Scholt

Deutscher Marathon Mannschaftsmeister 2026 - Laufteam Kassel
Deutscher Marathon Mannschaftsmeister 2026 - Laufteam Kassel

In der Besetzung v.l.n.r.: Lukas Menke, Pascal Fischer, Leonardo Ortolano


Der Hannover Marathon 2026 war für das Laufteam Kassel ein rundum gelungenes Wochenende – sportlich wie menschlich. Die traditionsreiche Veranstaltung, eine der größten Laufveranstaltungen Deutschlands mit internationaler Beteiligung und als Ausrichter der Deutschen Meisterschaft im Marathon, bot erneut perfekte Bedingungen für ambitionierte Athletinnen, Routiniers, ebenso wie für Debütanten.

Gerade für unsere Erststarter war Hannover eine herausragende Erfahrung: Die Anreise verlief reibungslos und dank der Organisation durch unseren Sportwart Hannes Dieterich stand für das Team ein echtes Rundum-sorglos-Programm bereit. Die Athletinnen und Athleten konnten sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren, ohne sich um Details kümmern zu müssen. Kleine Malheure im Buchungssystem des Hotels blieben dabei die einzige Randnotiz und konnten der insgesamt hervorragenden Planung nichts anhaben. Auch bei der Startunterlagenabholung zeigte sich die gewohnte Unterstützung. Am Stand der Freunde vom Kassel Marathon war das Zwischenlagern der schweren Taschen wie immer problemlos möglich. Ein nettes Schwätzchen im eigens bereitgestellten Liegestuhl mit Fußablage erwies sich dabei nicht nur als angenehm, sondern – so wird gemunkelt – auch als durchaus leistungsfördernd und gut für ein bis zwei Prozent zusätzliche Performance.

Die Wahl der Unterkunft in unmittelbarer Streckennähe erwies sich dabei als echter Mehrwert: Ein lockerer Shake-out-Lauf auf bereits markierten Streckenabschnitten durch die grüne Oase Hannovers war problemlos möglich und sorgte für die perfekte Einstimmung auf den Wettkampf. Wer dabei noch etwas Zeit übrig hatte, konnte sogar einen Blick auf die Giraffen im nahegelegenen Zoo werfen – eine persönliche Empfehlung des Autors. Abgerundet wurde der Vorabend traditionell bei einem Italiener unseres Vertrauens, wo bei guter Stimmung die letzten Rennpläne geschmiedet wurden.

Der Wettkampf selbst zeigte einmal mehr, was unseren Sport ausmacht: Obwohl Laufen auf den ersten Blick eine sehr individuelle Disziplin ist, war an diesem Wochenende besonders spürbar, wie viel Gemeinschaft darin steckt. Überall waren ehrliche Freude, gegenseitige Unterstützung und das Gefühl präsent, gemeinsam auf ein Ziel hingearbeitet zu haben.

Ein besonderes Highlight aus sportlicher Sicht: Nachdem wir bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon wenige Wochen zuvor noch knapp an Edelmetall vorbeigelaufen waren, konnte sich unser Team in Hannover die Goldmedaille in der Mannschaftswertung sichern und nach Kassel holen.

Auch über die Vereinsgrenzen hinaus war der Zusammenhalt deutlich zu spüren. Schon im Startbereich mischten sich neben unseren leuchtend orangen Trikots plötzlich auch die markanten Grüntöne des PSV – ein starkes Zeichen für den regionalen Support. Entlang der Strecke setzte sich dieses Bild fort: zahlreiche bekannte Gesichter, lautstarke Anfeuerung und echte Begeisterung für den Laufsport machten den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis.

In den entscheidenden Rennphasen, wenn es hart wird – etwa kurz vor Kilometer 30, wenn die Beine schwerer werden und das Ziel noch in weiter Ferne liegt – zeigte sich einmal mehr, wie wertvoll Unterstützung von außen ist. Wie so oft war auf der Strecke das markante Rot aus Niederelsungen rund um Günther Hartmann präsent und sorgte genau im richtigen Moment für den nötigen motivationalen Schub.

Ein Support, auf den man sich ebenfalls jederzeit verlassen kann: Im Zielbereich wartete – gut sichtbar in ihrer orangenen Jacke – Brigitte Aufenanger. Und selbst wenn man sie auf der Strecke einmal nicht direkt wahrgenommen hat, etwa weil ein Tunnel den Blick versperrte, war ihr Zuspruch dennoch spürbar. Diese bedingungslose Unterstützung ist und bleibt eine wichtige mentale Stütze für uns alle.

Natürlich stehen diese Beispiele stellvertretend für viele weitere Supporterinnen und Unterstützer, die eigens an die Strecke gekommen sind, um anzufeuern. Zahlreiche bekannte Gesichter, aber auch unzählige unbekannte Zuschauerinnen und Zuschauer tragen ihren Teil dazu bei, dass man förmlich ins Ziel getragen wird. Mit einem Laufteam Kassel Trikot hatte man dabei oft nicht nur eine Stelle, an der die anfeuernden Rufe bereits hunderte Meter vorher laut hallten – ein Einsatz, bei dem sicher nicht nur in den Beinen, sondern auch rund um die Stimmbänder am Tag nach dem Marathon ein ordentlicher Muskelkater zu spüren sein dürfte.

Auch die Stimmen aus dem Team spiegeln das Wochenende eindrucksvoll wider. So fasste Jürgen sein Rennen treffend zusammen: „Marathon mit gleichmäßiger Pace gefinished. Voll im Plan und super zufrieden.“ Raphael berichtete von seinem Debüt: „Debut erfolgreich. Bis Kilometer 30 gut durch gekommen, danach die Pace nicht mehr halten können, da die Muskeln zu gemacht haben. Insgesamt sehr zufrieden.“ Natürlich gibt es bei so vielen Startenden auch immer einzelne, die mit ihrer persönlichen Leistung hadern. Doch genau hier zeigt sich die Stärke des Teams: Durch den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung werden solche Gedanken schnell relativiert und rücken in den Hintergrund.

Am Ende bleibt ein Wochenende, das nicht nur durch starke Leistungen, sondern vor allem durch Gemeinschaft, Emotionen und Teamgeist in Erinnerung bleibt.


Pascal Fischer


Foto: Elisa Bade








Kommentare


bottom of page