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Moritz Kleesiek und Jakob Dieterich laufen schnelle Zeiten in Pfungstadt

Einen fast schon legendären Ruf in der nationalen Läuferszene haben sich in den letzten Jahren die Bahnmeetings in Pfungstadt erarbeitet, bei denen – Stichwort Pfungstadt magic – immer Besonderes möglich zu sein scheint. Im Rahmen der Laufgala vor zwei Wochen hatten dies zahlreiche nationale und internationale Athleten bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt, nun lud der TSV Pfungstadt am Mittwoch zum Zweiten von vier dieses Jahr ausgeschriebenen Abendsportfesten. Moritz Kleesiek und Jakob Dieterich war diese Startmöglichkeit so wichtig, dass das Hauptorchester des Friedrichsgymnasiums an diesem Abend beim ersten Termin des alljährlichen Sommerkonzerts leider mit einem Cello- und einem Geigenspieler weniger auskommen musste. Nachdem am Montag dann noch einmal der Zeitplan aufgrund des hohen Meldeaufkommens deutlich angepasst wurde und Moritz über 1500 Meter nun um 22:50 Uhr und Jakob über 3000 Meter um 23:50 Uhr starten sollte (letztendlich wurden die Läufe noch einmal 20 Minuten nach vorne versetzt), war auch klar, dass in dieser Nacht an Schlaf gespart werden müsste – besonders für Jakob, der mit seinem Bruder mit dem Zug unterwegs war.


Moritz wollte nach der Qualifikation für die U20-Europameisterschaften über 3000 Meter noch einmal auf der halben Distanz überzeugen. Bei seinem einzigen Versuch in dieser Freiluftsaison hatte er in Osterode mit 3:56,56 Minuten noch kein befriedigendes Ergebnis erzielt. Und das Vorhaben sollte gelingen: In einem nach Absage des deutlich Meldeschnellsten Mohamed Abdilaahi recht gleichmäßig besetzten Feld hielt sich Moritz von Beginn an in einer vorderen Position auf. 500 Meter vor Schluss zog er dann das Tempo an, überholte mit der Glocke zur Schlussrunde den zwischenzeitlich schon enteilten Australier Joshua Johnson und gab mit einem 59er-Split die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Mit 3:48,75 Minuten siegte er über eine Sekunde vor dem Franzosen Romain Wyndaele (3:49,92 Minuten) und seinem Altersklassenkonkurrenten Tobias Tent von der LG Stadtwerke München (3:50,24 Minuten). Seine alte Bestzeit, die er im Vorjahr ebenfalls in Pfungstadt erzielt hatte, verbesserte er um fast 6 Sekunden. Mit der Zeit hätte er sich auch für die Deutschen Meisterschaften dieses Wochenende im Auestadion qualifiziert, sie kam nun aber leider zu spät.


Für Jakob war es der erste Wettkampf nach seiner Mitte Mai erlittenen Corona-Erkrankung. Vor gut einem Monat hatte er bei anfangs noch sehr hohem Puls wieder mit dem regelmäßigen Training angefangen. Die Einheiten in den letzten zwei Wochen hatten aber gezeigt, dass der Körper noch in der Lage war, einiges der zuvor antrainierten Form abzurufen. Trotzdem ging Jakob das Rennen noch etwas verhalten mit einer Gruppe an, in der Uneinigkeit herrschte, sodass nach der zweiten Runde in über 76 Sekunden der erste Kilometer erst nach 3:01 Minuten absolviert war. Jakob ergriff dann aber die Initiative und begann solo die Aufholjagd mit Rundenzeiten zwischen 66 und 69 Sekunden. Den zweiten Kilometer lief er bereits in 2:49 Minuten und auch danach konnte er noch gut drücken, zwei zuvor enteilte Läufer einsammeln und nach Kilometer 3 in 2:47 Minuten schließlich das Ziel mit Bestzeit von 8:37,59 Minuten erreichen. Seine in der Halle aufgestellte alte Bestleistung unterbot er somit um über 7 Sekunden, auch die noch ausstehende Norm für die Deutschen U20-Meisterschaften (8:57,00 Minuten) erfüllte er deutlich. Trotz Zufriedenheit und Erleichterung war er sich direkt im Anschluss jedoch sicher, dass noch mehr drin sein sollte.


Die Veranstaltung kann sich hier noch einmal im Relive angeschaut werden. Moritz' Lauf startet bei ca. 2:59:10 und Jakobs Lauf bei ca. 3:51:40.


Bilder: Matthias Reiß (Lizenz: CC BY-SA 3.0)


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