Marathon in der ewigen Stadt ROM Zwischen Kolosseum und Kampfgeist
- Jürgen Müller
- 28. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Ein Erlebnisbericht von Tino Priolo
Beim Marathon Rom stand für mich von Anfang an fest: Ich wollte mehr als nur ankommen. Nach meinem ersten Marathon in Frankfurt am Main mit 3:35 Stunden sollte nun der nächste Schritt folgen – 3:15 als klare Zielzeit.
Durchwachsene Vorbereitung
Die Vorbereitung war nicht perfekt. Viel Grundlagenarbeit, aber nichts, was sich wirklich nach Topform oder tempohärte anfühlte. Trotzdem: Das Ziel stand. Vielleicht gerade deshalb – weil ich sehen wollte, was möglich ist.
Ein hektischer Start am Kolosseum
Der Start in Rom – direkt am Kolosseum – war beeindruckend, aber auch chaotisch. Die ersten Kilometer waren „strubbelig“: bei 36.000 Läufern - dichtes Gedränge, viele Läufer, jeder wollte seinen Platz finden. Ich ließ mich etwas mitreißen und lief schneller los als geplant – ein kleiner Fehler, der später noch eine größere Rolle spielen sollte.
Laufen durch Geschichte
Die Strecke war ein echtes Highlight: vorbei an der Engelsburg , entlang am Petersdom und Piazza de Popolo– und dann dieser Moment, wenn sich das gewaltige Viktor-Emanuelsdenkmal vor einem aufbaut. Dieses strahlend weiße Monument wirkt fast überdimensioniert – ein kurzer Augenblick, in dem man trotz Belastung und anfänglichen Krämpfen innehält und staunt. Überall standen Zuschauer, feuerten an, trugen die Läufer förmlich durch die Stadt. Die Stimmung war durchgehend elektrisierend.
Bis Kilometer 30 lief alles nach Plan
Bis Kilometer 30 fühlte sich das Rennen richtig gut an. Der Rhythmus stimmte, die Beine arbeiteten, die Verpflegung passte – das Ziel war greifbar.
Doch dann kam der Moment, der alles veränderte:
Ich stolperte über ein Wasser-Tetrapack, knickte um – und plötzlich war alles anders.
Kampfgeist statt Zielzeit
Die nächsten drei Kilometer waren ein Kampf. Humpelnd, unsicher, mit dem Gedanken im Kopf: „War’s das jetzt?“ Doch dann wurde es besser. Der Schmerz ließ nach, ich fand zurück in einen halbwegs sauberen Laufstil. Bis Kilometer 38 lief ich wieder fast schmerzfrei – doch die Kombination aus frühem Tempo und dem Zwischenfall machte sich jetzt bemerkbar, mein linkeres Bein wollte Krampfen - schnell Banane und Magnesium rein….
Einlauf voller Gänsehaut
Und dann kam er: der Zieleinlauf im Circus Maximus.
Ein Moment, der alles andere überstrahlt. Die Atmosphäre, die Kulisse, die Menschen – Gänsehaut pur.
Am Ende stoppte die Uhr bei 3:21 Stunden. Nicht die angepeilte 3:15 – aber unter diesen Umständen ein Ergebnis, auf das ich stolz sein kann.
Fazit
Rom hat geliefert.
Ein Marathon voller Emotionen, Herausforderungen und unvergesslicher Eindrücke.
Die Stadt, die Strecke, die Zuschauer – all das macht den Marathon in Rom zu etwas ganz Besonderem.
Und auch wenn die Zielzeit knapp verpasst wurde: Dieser Lauf war mehr als nur eine Zahl auf der Uhr.




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