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Dresden war eine Reise wert

Sie hatten alle auf den ersten echten Wettkampf nach einem Jahr hingefiebert. Für sieben Athlet*innen des Laufteam Kassel war der Itelligence Citylauf Dresden als Einladungsrennen (Invitational Run) am Sonntag eine Cance, Lauf-Atmosphäre live zu genießen . Viel zu lange hatten Training, virtuelle Wettbewerbe und die Sehnsucht auf eine reale Veranstaltung ihr sportliches Leben bestimmt.

Die Fahrt nach Dresden war für Eva Dieterich, Jens Nerkamp, Philipp Stuckhardt, Tom Ring, Dario Ernst, Leonardo Ortolano und Moritz Kleesiek eine Reise wert. Fünf persönliche Bestzeiten standen am Ende zu Buche. Fast noch mehr überwog die Freude darüber, endlich wieder richtig dabei sein zu können - in einem hochkarätigen Feld über 10 km. Auch wenn die Rennen (zusätzlich gab es noch Halbmarathon und Marathon) natürlich unter strikten Auflagen über die Bühne gingen.
"Es ist ein Anfang und es hat sich einfach gut angefühlt, ein Rennen bestreiten zu dürfen. Danke an die Laufszene Sachsen für diese tolle Gelegenheit", brachte es denn auch Jens Nerkamp auf den Punkt. "Endlich durfte ich wieder an einer Startlinie stehen und die ersten 5km waren echt gut. Dann hat die Gruppe gemerkt, dass sie etwas zu langsam unterwegs ist und das Tempo wurde schneller. Nicht gut für mich, denn dadurch bin ich etwas verkrampft hinterher gelaufen und musste leider viele Sekunden und Platzierungen liegen lassen", sagte der 31-Jährige. Dennoch war er als 23. mit 30:15 Minuten zufrieden, denn wie für die anderen Läufer war es eine Standortbestimmung nach langer Zeit und bei ihm zusätzlich noch längerer Verletzungspause. Knapp über seiner persönlichen Bestzeit blieb auch Philipp Stuckhardt als 47. in 31:14 Minuten. Die zum Teil sehr böigen Verhältnisse auf dem 2,5 km-Rundkurs haben dabei wohl auch eine Rolle gespielt. Im B-Lauf hatten zuvor die anderen vier Männer des Laufteam Grund zum Jubeln. Tom Ring steigerte seine Bestleistung auf 31:12 Minuten und war in der Gesamtergebnisliste als 46. noch einen Platz vor Philipp Stuckhardt. Leonardo Ortolano durfte kurz hoffen, unter 32 Minuten zu bleiben, aber die Uhr des Veranstalters

zeigte 32:01 (78.) an. "Und damit bin ich auch vollkommen happy", betonte Leo schon kurz darauf, schließlich konnte er seine bisherige Bestmarke um 39 Sekunden verbessern und hat damit schon zu einem frühen Saisonzeitpunkt seine eigenen Erwartungen übertroffen.Triathlet Dario Ernst blieb in 32:13 (85.) erstmals unter 33 Minuten, Youngster Moritz Kleesiek lieferte mit 34:11 (122.) ein starkes 10 km-Debüt ab und kam in der MJ U18 auf Platz zwei. Im Team schafften es Jens Nerkamp, Philipp Stuckhardt und Tom Ring auf Platz fünf (1:32:41).

Eva Dieterich sorgt für Furore

Für den Paukenschlag sorgte allerdings Eva Dieterich. Die 21-Jährige machte sich ein paar Tage vor ihrem Geburtstag schonmal selbst das schönste Geschenk und lief als Fünfte bei den Frauen in 33:51 ins Ziel. Damit war sie zweitbeste Deutsche hinter Siegerin Katharina Steinruck (31:59). Mit ihrer Zeit unterbot die Jura-Studentin zugleich deutlich die Norm für die U23-Europameisterschaft. Inwieweit ihre Leistung schießlich für eine Nominierung berücksichtigt wird, hängst wohl auch davon ab, die für Mai geplanten Deutschen 10 km-Meisterschaften in Waida stattfinden. Winfried Aufenanger, Sportlicher Leiter des Laufteam Kassel, steht hier im Austauch mit Bundestrainer Tono Kirschbaum. "Aufi", der in Dresden leider nicht dabei sein konnte, freute sich über das Abschneiden seiner Athleten: "Es war für alle schön, sich wieder unter Wettkampfbedingungen messen zu können. Jetzt müssen wir sehen, wie sich die Lage mit weiteren Veranstaltungen entwickelt, welche Wettkämpfe

stattfinden. Evas Leistung war herausragend, aber auch bei den Männern wächst da weiter was heran bei uns."

Unterstützt wurde die Reise nach Dresden von der IMMOVATION AG. Vorstand Lars Bergmann war selbst in Dresden mit dabei und sorgte für entsprechende Motivation der Laufteam-Athleten und Sohn Nils Bergmann (33:19, 114., TV Waldstraße Wiesbaden).

Laufteam Dresden 1 jens philipp dresden

(Fotos: IMMOVATION AG)

 

Auf ihrer Heimatinsel Sylt absolvierte unterdessen Sandra Morchner (Laufteam Kassel) den 39. Syltlauf über 33,4 km, der diesmal wieder als virtueller Lauf ausgetragen wurde. "Das Wetter hätte nicht besser sein können. Lief ich 2019 noch 2:12 Std., bei denselben Bedingungen, konnte ich meine Zeit um einiges verbessern", berichtet die 49-Jährige. Die Uhr zeigte 2:02:53, damit war sie diesmal um zehn Minuten schneller.